Zeitenwende: In Rendsburg begann ein neuer Lebensabscnitt

[Titel und Untertitel

In Rendsburg begann ein neuer Lebensabscnitt Der Verfasser dieses Berichtes erinnert sich

Mein Beitrag
Ersteller und Datum

Erstellt von Victor Vogt am 11.03.2017
Zuletzt bearbeitet von Sabrina Böhmer am 15.03.2017

Autor dieses Beitrags

Victor Vogt

Haupttext

Zwischen dem 15.Juni und 01.Juli 1956 trafen die ersten ungedienten Freiwilligen aus ganz Deutschland in Rendsburg ein, um als erste junge Männer in der neuen Bundeswehr ihre Ausbildung zum Soldaten zu erleben.

Der Verfasser dieses Berichtes erinnert sich an den Tag, an dem er nach mehr als 12-stündiger Bahnfahrt (damals war die Bahn noch nicht so schnell) von Aachen kommend, als einer der ersten einberufenen ungedienten Freiwilligen zur neuen Bundeswehr in dem mir völlig unbekannten Rendsburg eintraf. Am Bahnhof wies man mir den Weg zur Flak-Kaserne. „Die Bahnhofstraße bis zum Greens Hotel, dann rechts ab, vorbei am Stadttheater und dem Postamt, dann rechts ab bis zur Bahnlinie, und dieser folgend, und dann immer geradeaus.“ Ich trabte mit meinem schweren Koffer los. Bei den letzten Häusern im Rendsburger Norden zweifelte ich am rechten Weg und fragte erneut: „ da vorn, hinter dem Bahnübergang, linke Hand, liegt die Flak-Kaserne“. Endlich! Am Haupttor wies mir ein amerikanischer GI und ein Soldat in komischer Uniform den Weg. „Block, hinten links, Meldekopf zweite Etage“. Auch das noch. Treppensteigen mit dem schweren Koffer. Ein Hauptfeldwebel, er stellte sich mit Brandt vor, ich bin ihr Spieß, zeigte mir nach den üblichen Formalitäten meine Stube, mein neues Zuhause. Beim Betreten dieser machte ich große Augen. Acht Matratzen auf dem Boden, und sonst nichts.

Im Laufe des Tages trafen meist gleichaltrige Freiwillige aus ganz Deutschland ein. Am späten Nachmittag erfolgte ein schriller Pfiff, heraustreten , in einem großen Raum, stehend erfolgte die erste Information für den nächsten Tag, den offiziellen Dienstbeginn in der Bundeswehr.

Der Dienst erfolgte zunächst mangels Uniform in Zivil. Wir lernten gehen, laufen, marschieren, reinigen -Revierreinigen innen und außen hieß das, und singen. Aber das wichtigste – Disziplin und Gehorsam. Es prägte unser ganzes weiteres Leben. (Lerne gehorchen ohne zu Klagen, auch wenn es dir manchmal als Sinnlos erscheint…………..) Dazwischen Möbel tragen. In der Kaserne gab es ein Lkw, den Nato-Ford. Unermüdlich brachte er unsere fehlenden Möbel. Betten, Schränke, und einen Tisch pro Stube. Der tägliche Dienst wurde von Tag zu Tag schwerer. Wir marschierten täglich zur Infanteristischen Grundausbildung nach Hohn, einen zerstörten ehemaligen Feldflugplatz. Zugweise und in Marschordnung und natürlich mit Gesang. Ja, die ersten Wochen waren hart. Um 22 Uhr war Zapfenstreich. Auch an Wochenenden. Und das im Sommer. Na ja, wir haben es alle überstanden.

 

Heute, nach 60 Jahren, denken wir nur an die guten Erlebnisse, auch die schönen Zeiten in unserer Stammkneipe, der gastlichen Buhrmeisterkneipe in der Königsstraße. Programm eins war eine umfassende Führung durch das Hobbywerk in Fockbek. Wir danken dafür den Chef der Hobbywerke, der uns den Einblick in die hochtechniscke Entwicklung der einzelnen Bauabteilungen gewährt hat. Herr Behrmann erläuterte uns die ständige Weiterentwicklung der einzelnen Bauphasen. Dafür unseren besonderen Dank an den Chef der Firma, Herrn Diplomingenieur Harald Striewski und seinem Mitarbeiter Herrn Behrmann.

Am folgenden Tag besuchten wir das Wikingermuseum in Haitabu. Auch hier ein besonderes Erlebnis über unsere Holsteiner Vorfahren. Natürlich gehörte es auch, unseren ehernen Kanzler, Otto von Bismarck, am Globetrotter unsere Aufwartung zu machen.

Wir danken der Stadt Rendsburg und Herrn Bürgermeister Piere Gilgenast, für einen Empfang im kleinen Saal des alten Rathaus als würdigen Abschluss unseres Jubiläumstreffen in der unser alten Garnisonsstadt Rendsburg. Der Bürgermeister wurde Vertreten durch Herrn Dr.Martin Westphal, der in fröhlicher Runde lustig und humorvoll unseren Geschichten über die ersten Monate des Jahres 1956 im alten Rendsburg folgten. Wir danken der Stadt Rendsburg für den würdigen Abschluss unseren Jubiläumstreffen in Rendsburg.

Bilder
Bild
Bildunterschrift

Bismarkdenkmal

Bewertungen
Wie anschaulich finden Sie diesen Beitrag?
1 2 3 4 5 Bewertungen: 0Jetzt bewerten
Wie informativ finden Sie diesen Beitrag?
1 2 3 4 5 Bewertungen: 0Jetzt bewerten
Weitere Informationen
Schlagwörter (passend zum Thema des Beitrags)

Flak

Jahr

2o16

Ort

Aschberg

Pinnwand

  • Auf dieser Pinnwand wurden noch keine Einträge hinterlassen.

Hier anmelden

Sie sind noch kein Mitglied der Community?

Jetzt beteiligen

Jetzt einen Beitrag verfassen