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Erstellt von GeZeiten Redaktion am 30.04.2010
Ilse Ahmling
Meine Konfirmation fand in der Michaeliskirche (damals noch Marienkirche) in Hohenaspe statt mit Pastor Ketels. Wir waren über 60 Konfirmanden, was sich daraus ergab, dass wir so viele Heimatvertriebene hatten. Wir haben alle auf Bänken vorm Altar gesessen. Die Kirche war übervoll. Gefeiert wurde zu Hause. Mein Zuhause war Rolloh, ein in der Feldmark liegender Einzelhof. Es war ein aufregender Tag! Alle Mädchen hatten schwarze Kleider an. Eingesegnet wurden wir zu sechst oder acht. Jeder erhielt seinen Konfirmationsspruch. Meiner lautete: „Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht was er hat Dir Gutes getan“. Diesen Spruch musste ich auf anraten meines Vaters auswendig lernen auf dem zwei Kilometer langen Nachhauseweg. Mein Opa war ein reger Kirchgänger und der würde als erstes Nachfragen. Was auch prompt geschah beim Mittagessen. Es gab Kartoffelsalat und Würstchen satt. Zum Kaffee gab es mehrere Torten. 5-7 Stück Torte für eine Person wurde gerechnet. Damals nach den Hungerjahren. Als Geschenk gab es: gehäkelte Taschentücher, ein Paar Nylonstrümpfe „Opal mit schwarzer Naht!“, eine Strumpftasche mit Fächern zum Einsortieren der wertvollen Strümpfe, Silberlöffel mit Gravur, ein Frisierumhang und diverse Sternblumen (Läusefänger?). Geldgeschenke waren nicht üblich. Was und wo sollte man auch kaufen. Jedenfalls habe ich meine Konfirmation in guter Erinnerung und war mit meinen Freundinnen eng verbunden. Unsere „Goldene Konfirmation“ vor sieben Jahren war für mich ein besonderes Ereignis. Nach einem arbeitsreichen Lebensabschnitt gab es ein frohes Wiedersehen.
Palmsonntag, 29.3.1953
Aufregung, Konfirmation, Torte, Vertriebene
1953
Heiligenstedten
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