Schule, Kinder, Kindergarten: Geldsorgen in der Kita

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Geldsorgen in der Kita

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Erstellt von Sabine Rohloff am 19.06.2009
Zuletzt bearbeitet am 19.06.2009

Autoren / Ko-Autoren

Sabine Rohloff

Haupttext

„Das geht nicht ab – das ist Harz vier,“ antwortete der Vierjährige in der Kita auf die Frage warum er sich denn nach dem Klettern nicht die Hände gewaschen hat. Eine unschuldige, aber traurige Wahrheit aus dem Kindermund, die einen zum Nachdenken bringt.

Es sind ja nicht nur die Schwächsten in unserer Gesellschaft, die Sorgen drücken.
Alle Eltern sind dankbar für die Kostenfreiheit des letzten Kitajahres und wenn ein Kind schon lange vor dem dritten Lebensjahr in die Kita geht, ist dies oft eine finanzielle Notwendigkeit, da beide Elternteile arbeiten müssen.

Leider werden diese Sorgen landesweit unterschiedlich gehandhabt. Wenn man davon ausgeht, das 1,5 Erzieherinnen pro Kitagruppe mit dem Haus drumherum überall in Schleswig- Holstein dasselbe kosten, gibt es immer noch von Niebüll bis Schwarzenbek so große Unterschiede in den Gebühren, die Eltern bezahlen, dass die Kreiselternvertreter der Kitas in Schleswig- Holstein Quartett spielen könnten – welcher Kreis, welche Kommune übernehmen mehr Anteile an den Kosten der Kinderbetreuung.

Vor ca. drei Jahren sprach ich mit einer Freundin aus einem Ort bei Heilbronn über die Höhe der Kita- Beiträge. Sie war ganz aufgebracht, daß die Kita ihrer Kinder die Beiträge um fünf Euro auf Vierzig Euro monatlich erhöht hatte. Das konnte ich toppen: Für die gleiche Leistung bezahlte ich 110 Euro. In anderen Regionen unseres Landes zahlt man heute noch wesentlich mehr. Zieht man das letzte gebührenfrei Kitajahr von den Gesamtkosten ab, liegt man im Schnitt immer noch höher als andere Bundesländer.

Wir Eltern in Schleswig- Holstein sind da ganz duldsame Zahler. Nach dem eigenen Studium zahlte man das Bafög als Volldarlehen komplett zurück, drei Jahre hohe Kitagebühren, aber dafür zahlen wir dann später auch Studiengebühren für unsere Kinder.

Fazit: Kinder muß man sich halt leisten können. 

Leider sieht das bei vielen Familien schlechter aus und auch hier gibt es Ungerechtigkeiten in der Unterstützung. Die Unterschiede in der Sozialstaffel und der Geschwisterermäßigung sind landesweit recht groß. Durch die zunehmende Technisierung unserer Gesellschaft und die allgemeine Wirtschaftslage fallen immer mehr Arbeitsplätze weg. Da bleibt vielen Eltern lediglich die Hoffnung, dass die eigenen Kinder es mal besser haben werden als sie selbst. Kinder aus sozial benachteiligten Familien sollen schließlich die gleichen Chancen haben wie alle. Die Voraussetzung dafür ist eine gute Bildung, unser höchstes Gut!

Diese beginnt nicht erst beim Pauken in der Schule, sondern ist ein Prozess von Anfang an. Ein Grundstein ist da der erste Lernort nach dem Elternhaus - der Kindergarten.

Damit der kleine Junge auf dem Baum seine Hände vom klebrigen Harz säubern kann, braucht er ein Stück Seife, auf dem steht Förderung und Chancengleichheit.

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Sabine Rohloff ist die ehemalige Vorsitzende der Landeselternvertretung für Kindertageseinrichtungen

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Schlagwörter (passend zum Thema des Beitrags)

Kindergarten Armut Hartz IV

Jahr

2009

Ort

Plön

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