Schule, Kinder, Kindergarten: Ausbildung in den Nachkriegsjahren

Titel und Untertitel

Ausbildung in den Nachkriegsjahren So war das damals

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Ersteller und Datum

Erstellt von Sabrina Böhmer am 10.05.2016

Autor dieses Beitrags

Gisela Brauer

Haupttext

Nach  neun  Schulden  meiner  Schullaufbahn (drei  Grundschulen in  Marienwerder: Marienfelde,  Schäferei,  Mädchenvolksschule  am  Flottwellplatz) und zwei  Jahren  ohne  Schulunterricht  konnte  ich  ab 1951  in  einer  (staatlichen)Höheren  Handelsschule  meine  Schulzeit  beenden.Aufnahmekriterien  waren  Abitur  oder  Mittlere  Seife  mit  Notenin  Deutsch,  Mathematik  und  Englisch  nicht  schlechter  als"Befriedigend". So  saßen  wir 40  Schülerinnen in  einem  vollgestopftenKlassenraum, der  in  der  Mitte  nur  einen  schmalen  Gang  zuließ.Klassenraum?  Einen  Klassenraum  hatten  wir  gar  nicht.Unser  Unterricht  fand  von  13*oo  Uhr  bis  18.oo  Uhr  in  einerKaufmannsklasse  statt, sofern  diese  in  dieser  Zeit  frei  war.An  einem  Tag  waren  wir  in  einem  Gebäude  in  der  Innenstaatund  freitags  ab  9.oo  Uhr  in  einem  Kellerraum  der  Schule.An  der  Decke  verliefen  Heizungsrohre  und  aus  dem  Fensterkonnten  wir  die  Schuhe  der  Passanten  auf  der  Straße  betrachten. Wirtschaftsgeografie  bei  Herrn  Prey. "Herr  Prey, Herr  Prey,bei  mir  tropft  heißes  Wasser  auf  den  fisch!" tonte  es  plötzlichvon  hinten. "Dann  setzen  Sie  sich  ein  Stück  weiter  längs,"antwortete  Herr  Prey  und setze  seinen  Vortrag  über  Albertaund  Saskatchewan  in  Kanada  fort.In  einer  Klausur  im  Kaufmännischen  Rechnen  wurde  auf(früher)  Ceylon eine  Teelieferung  zu  einem  Dollarpreisgeordert. Die  Lieferung  kam  auf  Umwegen  beschädigt inHamburg  an. Was  war  da  noch  zu  retten? Prozentrechnen!Währungsrechnen!Im  Schreibmaschinenraum  gab  es  manuelle Schreibmaschinenunterschiedlicher  Fabrikate,die, wie  wir  hörten,von  verschiedenen  kaufmännischen  Betrieben  stammten,die  inzwischen  neue  Maschinen  anschaffen  konnten.Da  lernte  hier  und  dort  das  Farbband  oder  der  Wagenbewegte  sich  nicht. So  mußte  die  Lehrkraft  immer  wiederMechanikerdienste  übernehmen. Wir  lernten  trotzdem„Blindscnreiben' 1, denn  die  Tasten  waren  geschwärzt, alsoohne  Buchstaben.Lehrstellen  waren  noch  Mangelware  zu  jener  Zeit.  Wirhofften  aber, mit  einen  guten  Abschluss  der  Höheren  Schule  auf  den  Lehrstellenmarkt etwas  zu  finden.
Und  dann gab  es  noch  eine  Chance. Die  Güter  in  Ostholsteinnähren  Absolventinnen  der  Höheren  Handelsschule  gern  alsGutsSekretärin. Als ich  das aber zu  Hause  meinen  Elternberichtete, waren  die  keineswegs  begeistert. Dafürwürde ich  mich  bestirnt  nicht  eignen.Ich  hatte  mich  aber  inzwischen  weiter  ungesehen.  EnglischeStenografie  wurde  außerhalb  des  Lehrplans  gegen  gesondertesHonorar  nach  den  Unterricht  von 18.oo  Uhr  bis  19.50  Uhrangeboten. Da  neidete  ich  nich  gleich  an. Han  weiß  nie,wie  man  es  braucht! Es  war  zweimal  in  der  Woche  einlanger  Schultag,  wenn  ich  als  Fahrschülerin zwischen  20.5Cund 21.co  Uhr  zu  Hause  war. Am  nächsten  Tag  ging  es  jaweiter.Und ich  habe  die  englische  Stenografie  wirklich  niegebraucht.  Mit  den  Abschluss  der.  Höheren  Realschulekennte  ich  eine  Ausbildung  in  der  Kommunalverwaltungbeginnen.  Dann  felgten  entsprechende  Fachschulbesucheund  Prüfungen für  den  gehobenen  Verwaltungsdienst.

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Schlagwörter (passend zum Thema des Beitrags)

Ausbildung, Schule

Jahr

ca 1950

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