Schleswig-Holstein im Wandel: Erinnerungen an Angeln

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Erinnerungen an Angeln

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Ersteller und Datum

Erstellt von GeZeiten Redaktion am 28.05.2012
Zuletzt bearbeitet am 28.05.2012

Autor dieses Beitrags

Erna Hansen

Haupttext

Die Zeit rennt im Alter viel schneller als wenn man jung ist. Gerne erinnert man sich an die Kindheit und Schulzeit.

Heute war so ein Tag – eine Fahrt in die Heimat in Angeln bot sich an. Doch ist man gerade angekommen, da sieht man, wie sich doch alles verändert hat. Die Dörfer sind gewachsen, viele Häuser gar nicht mehr da. Neues ist entstanden, man versucht, sich zu erinnern. Wer hat wohl damals dort gewohnt? Wo sind die Menschen geblieben?

Ach ja, es sind 70 Jahre vergangen, seit ich in den Westen, auf die Geest zog!

Als ich dann die meisten auf dem Friedhof fand. Die Schule war auch nicht mehr, es wurden nach dem Krieg Wohnungen für alle gebraucht, neue Schulen waren gebaut. Bloß die schöne alte Apotheke von damals glänzte, alles wunderbar erhalten. Man kann sagen, ein Schmuckstück, auch immer noch im alten Stil.

Die Kirche auch noch schön anzusehen. Der Soldatenriedhof (Ehrenfriedhof); jeder Stein, jedes Kreuz – keiner kommt6 mehr zurück. Wie viel Freunde aus der Schule?

Die Fahrt durch Angeln – immer schön gebliebene Natur! Die grünen Wiesen, die Hügel und kleinen Wälder! Die Bodenau, unter der alten Steinbrücke spielten wir gerne in der trockenen Zeit im Sommer. Zu Recht hat unser Lehrer immer gesagt: „Kinder, ihr könnt stolz sein, im Herzen von Angeln groß zu werden!“

Der große Hof, wo ich einst mit 15 Jahren schon in die Lehre kam, der schöne Garten, die Bäume und Sträucher so hoch gewachsen in den Jahren – wie im Dornröschenschlaf – das Wohnhaus versteckt. Vorne der Hofteich, wo jeden Tag die Pferde getränkt wurden, nach der schweren Arbeit auf dem Acker, wo wir Mädchen im Winter das Eis aufschlugen für die Gänse. Wo wir das Brot buken für alle. Auch die Zuckerrüben wuschen und Sirup kochten im Krieg. Alles ging mir durch den Kopf.

Die 7 Kinder sind hier aufgewachsen – Uf dem Friedhof waren schon neben den Eltern sechs begraben. Alle habe ich gekannt.

So ist unser Leben – immer wieder geht und kommt es. Heute bin ich 87, auch meine Familie wächst aber ich muss auch oft Abschied nehmen. 15 Urenkel sind schon da…

Das war ein Tag voller Erinnerungen.

Bilder
Weitere Informationen
Jahr

2012

Ort

Eggebek

Schlagwörter (passend zum Thema des Artikels)

Kindheitserinnerungen

Pinnwand

  • 1415476658
    Gisela Callsen
    Gisela Callsen
    am 08.11.2014

    Um welches Dorf in Angeln handelt es sich? Ich komme auch aus Angeln; deshalb interessiert es mich.

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