Nachkriegskinder: Geländespiele

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Geländespiele

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Ersteller und Datum

Erstellt von Sabrina Böhmer am 24.04.2015
Zuletzt bearbeitet am 24.04.2015

Autor dieses Beitrags

Klaus Lehmann

Haupttext

Im Sommer 1944 war ich 10 Jahre alt und natürlich Mitglied im „ Jungvolk .. So nennte sich die Organisation der 10-14 Jährigen innerhalb der Hitler-Jugend. Ich ging cuch regelmäßig nachmittags zu der, Treffen in der Schule nebenan.

Bei schlechtem Wetter fanden diese im Klassenraum statt zum Unterricht, z.B. der Lebensdaten von Adolf Hitler,

d e meisten Treffen fanden cber auf dem Schulhof statt.

Hier wurden neben c!'gemeinem Unterricht auch sportliche Übungen und militärische Erziehung vermittelt.

Sv mussten wir bei Betreten des Schulhofes grüßen und . Meldung rrvachen* manchmal marschierten wir im grc&eren Verband durch die Stadt und sengen Lieder wie ...es zittern die morschen Knochen..* Zu meinem Bedauern trug ich keine Uniform. Meine Mutter sagte, sie hatte keine mehr bekommen. Dieses schien mir glaubhaft, da die meisten des neuen Jahrgangs ebenfalls keine Uniform trugen. Trotzdem wurde ich bald . Hordenführer'.

Es war ein heißer Tag im Juli, als das groBe Geländespiel angesetzt war der gesamte H.J.Bann von Graudenz ( Westpr.). In zwei Parteien aufgeteilt bewegte sich diese Masse in die Wälder und auf die Hügel cm Rcnde der Stadt.

Ich war einem Spähtrupp zugeteilt worden, was zu meiner Begeisterung für Indianerbücher ( Fritz Steuben ) und -spielen passte.

Ohne .Feindberührung' mussten wir uns schließlich zur Verteidigung auf einen Hügel zurückz ehen, auf dem dann unsere- gesamte Truppe den Angriff des .Feindes* erwartete. Und er kam.

Wir standen oben und unten aus dem Wald trat eine Wand aus braunen Uniformen hervor, zu meiner VerwTunderuog trug einer sogar eine Wehrmachtsuniform.

Als diese geballte Kraft begann den Hügel hinauf zu stürmen, lichteten sich schlagartig unsere Re.'hen. Als ob eine Windboe einen Laubhaufen weg weht. So stehen mehr als die Hälfte unserer , Verteidiger* davon.

Es blieben unsere großen Juncens und ich und wir hatten keine Zeit mehr zu reagieren. Der .Gegner" stürmte heran und unsere großen Jungen warfen sich buchstäblich auf ihn. Alle rangen und schlugen aufeinander ein.

Ich stand zunächst et*as verloren dazwischen, derweil die GroSen mir nichts taten.

Aber dann entdeckte mich ein etwas kleinerer von der Gegenseite, stürmte auf mich zu und begann auf

mich einzuschlagen.

Er war größer, stärker und wohl cuch älter als ich und so löste ich mich von ihm und rannte ebenfalls in de vorher beschriebene Richtung....

Die Schlacht ging für unsere Partei verlcren, cber es war noch nicht das Ende....

Ncch eine'* kleinen Verpf legung mussten wir erneut antreten und d:e jeweilige Führung schritt Front cb

um die Kampfkräftigen zu einer weiteren Prügelei herauszuziehen.

Was dann folgte muss ziemlich hart gewesen sein, ich sah danach manche Träne.

An mir war die Musterung , nach kurzer Prüfung, vorbei gezegen und ich muss gestehen, ich war danach richtig erleichtert:

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Geländespiele

Jahr

1944

Ort

Flensburg

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