Kultur, Literatur und Kunst: Karge Zeiten für Flensburger Cineasten

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Karge Zeiten für Flensburger Cineasten

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Ersteller und Datum

Erstellt von Niko Wasmund am 03.06.2009
Zuletzt bearbeitet von GeZeiten Redaktion am 02.11.2009

Haupttext

Wer in der nördlichsten der norddeutschen Metropolen lebt, der sollte ein Faible für Wasser, eine bekannte Bierbrauerei und das trockene „Moin“ der Bewohner haben – keinesfalls jedoch eine ausgeprägte Leidenschaft für das aktuelle internationale Filmschaffen. Denn nur zwei Anlaufpunkte gibt es in der hübschen Fördestadt an der dänischen Grenze für cineastische Genüsse. Da wäre zum einen die UCI-Kinowelt am Süderhofenden 14, die sich in Ihren acht Sälen doch sehr an den Mainstream hält. Dort kann man sich zwar den neuesten Terminator mitsamt allen Zerstörungs- und Gewaltorgien reinziehen, derweil man seinen ganz eigenen Krieg gegen gewaltige Popcorn-Berge und Sintfluten von Cola antritt. Auch Humor der Kategorie „Männersache“ mit Mario Barth lässt sich schauen, Fantasy der Marke „Harry Potter“ ist verlässlich zu Gast und „Nachts im Museum 2“ begeistert die ganze Familie.

Wer jedoch jenseits von Hollywood, Bollywood und anderem Kommerz-Kino die kleinen aber feinen Perlen des Filmschaffens sehen möchte, dem bleibt nur die Einkehr ins 51-Stufen-Kino unter dem Dach des Deutschen Hauses an der Friedrich-Ebert-Str. 7.

Und der Weg die fein abgezählten Stufen hinauf lohnt sich immer wieder. Zwar sind die Sessel des einzigen Saals reichlich abgenutzt, Sound und Leinwand technisch rückständig und der Popcorn-Automat schwächelt. Aber dafür ist die Atmosphäre sehr nett und die Auswahl der Filme für die beiden täglichen Vorstellungen äußerst gelungen. Das Programm reicht von „Dorfpunks“ über eine Jugend in der norddeutschen Provinz bis hin zu Clint Eastwoods sperrig-genialem Regiewerk „Gran Torino“. Dokumentationen wie „Religiolous“ über christliche Fundamentalisten in den USA runden das Programm ab. Ein weiteres Highlight sind die jährlich veranstalteten Flensburger Kurzfilmtage, an denen im Herbst neben ambitionierten Kurzfilmern der Region auch renommierte Kollegen aus Dänemark und anderen Ländern teilnehmen.

 

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Weitere Informationen
Ort

Flensburg

Jahr

2009

Schlagwörter (passend zum Thema des Beitrags)

Flensburg, Kino, Kurzfilmfestival

Pinnwand

  • 1244532011
    Sabrina Böhmer
    Sabrina Böhmer
    am 09.06.2009

    Tja, da kann man / frau dann nur noch nach Glücksburg ausweichen (noch!). Dort, im Barraum des Intermar gibt es ein kleines, feines Kino (oder sollte ich eher sagen eine Filmvorführung?), das spannende Filme zeigt, die gerade gelaufen oder noch in einigen Programmen zu finden sind – meist dann aber nicht mehr in Flensburg. Es gibt verschiedene Veranstaltungen, die gezielt Gruppen ansprechen (bspw. Schulkino) oder die charmante aber ungewöhnliche Situation, dass man / frau auch alleine im Kino sitzt – wenn sonst kein Interessierter kam. Abgewiesen wird niemand; der Film wird vorgeführt, egal, für wie viele... Aber das rechnet sich nicht – oder fast nicht.
    Jetzt ist aber (mal wieder) im Gespräch, sich vom Glücksburger Kino zu verabschieden – in dem die Zuschauer im Halbkreis mit Tisch sitzen – da das Intermar pleite ist und das Gebäude aus den 1960er Jahren nicht zur Vorstellung mancher Stadtplaner passt... Schade, oder?

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