Krieg und Kriegsende: Meine Memoiren

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Meine Memoiren Eine Lebensgeschichte in mehreren Teilen (VI)

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Ersteller und Datum

Erstellt von Sabrina Böhmer am 16.08.2015
Zuletzt bearbeitet am 15.09.2015

Autor dieses Beitrags

Hans-Christian Hansen

Haupttext

Vorerst möchte ich von der Politik Abstand nehmen, und mich dem allgemeinen Geschehen zuzuwenden.

Wenn die Zeit auch schwer war, gab es doch viele interessante Erlebnisse. Das Sprichwort sagt schon: "Gestohlene Früchte schmecken am bester". So war es auch damals, was verboten war, wurde immer wieder gemacht. Damit meine ich nicht nur das Schwarzschlachten, was zum Lebensunterhalt nötig war, denn keiner kam mit den Lebensmittelkarten aus, sondern auch die Schnapsbrennerei. Mit dem Schlachten war es so, daß je nach Größe der Familie eine gewisse Menge geschlachtet werden durfte. Ein amtlicher Wiegeschein musste beim Bürgermeister vorliegen, wenn man die Schlachterlaubnis abholte. Aber meistens wurde ein kleines Schwein, oder ein kleines Rind gewogen und ein großes geschlachtet. So passierte es, daß zwei Köpfe oder zwei Schwänze vorgefunden wurden. Es wohnten ja auch viele Familienangehörige in der Stadt, oder wo auch immer, die auch Hunger litten, und so mit durchgeschleppt wurden.

Meine Materialeinteilung für die Arbeiten waren immer noch eingeteilt wie im Jahre 1939. So kam es, daß ich Ochsen für Schwarzpreise gekauft habe, schwarz geschlachtet, und an die Eisenhändler in Flensburg gegen Material eintauschte. Das war ein gefährliches Unternehmen. Nicht alleine der Transport zur Stadt, auch das Braten, und einkochen in der Stadt, wo jeder vom Hunger geplagt wurde. So stand man immer mit einem Sein im Zuchthaus. Einmal waren wir gerade am Fleisch einkochen(Dosen), als Kontrolle kam. Ich hatte bei einem Altwarenhändler einer. Einsatz für der. Waschkessel bekommen, den ich als Kochkessel benutzte, und wollteen sie aber. zum Schnapsbrennen herstellten benutzen. Vorsichtshalber hatte ich als die Dosen in den Kessel waren, eben alles Rüben, vollgepackt. Die Herren hoben den Deckel und fragten: "Was ist denn das hier?". "Hier koche ich die Rüben, für meine Schweine". "Na", meinten sie. Der Deckel hat ein Loch, es sieht aus als wenn der auch zum Schnapsbrennen benutzt wird. Dann rochen sie in jedes Rohr, was da rum lag, ob was von Schnapsbrenner. zu riechen war. An einem Sonntagmorgen war ich im Stall beim Schweineschlachten. 

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Schlagwörter (passend zum Thema des Beitrags)

Schwarzschlachten

Jahr

1940 ca.

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