Krieg und Kriegsende: Meine Memoiren

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Meine Memoiren Eine Lebensgeschichte in mehreren Teilen (V)

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Ersteller und Datum

Erstellt von Sabrina Böhmer am 14.08.2015
Zuletzt bearbeitet am 15.09.2015

Autor dieses Beitrags

Hans-Christian Hansen

Haupttext

Der Bauer, bei dem ich stand, kochte nachts Kartoffeln und streute die neben den Schützengraben, die dann am nächsten Morgen von den verhungerten Menschen aufgesammelt wurden, wenn sie nicht beobachtet wurden. Ein anderer Bauer ließ von Wagen Rüben fallen, was von einem Wachmann bemerkt wurde, der ihm auch prompt sagte, wenn er das nicht lasse, könne er mit ins K.Z.-Lager. 

Ein französischer Kriegsgefangener sah eines Morgens, als er zur Arbeit ging, dass ein Häftling ein Stück Papier weg warf, das er am Abend, als er von der Arbeit kam, aufsammelte. In dem Papier war ein Ehering und die Adresse einer Frau, die der arme K.Z'ler wahrscheinlich nicht wiedergesehen hat. Was im Lager geschah, ist nur selten an die Öffentlichkeit gekommen, aber einige sollen zu Tode geprügelt worden sein, andere sind verhungert. Wenn einer starb, blieb er liegen, bis es drei oder vier Menschen waren. Dann wurden sie in Papiersäcke getan und ein Bauer aus der Nachbarschaft des K.Z. fuhr mit Pferd und Wagen zum Friedhof. Dort wurden sie in ein Massengrab gerollt. Es soll vorgekommen. sein, dass sie noch Arme und Beine bewegt haben.

Es waren Menschen aus verschiedenen Ländern aber auch deutsche. Viele kamen. aus dem Dorf Puten in Holland. Da waren alle Männer eingesperrt, weil ein deutscher Offizier von einem Heckenschützen erschossen wurde. Nach den Kriege hat sich ein englischer Offizier geneidet und erklärt, dass er die Deutschen erschossen hätte.

Nach fünf Monaten wurde das Lager aufgelöst, aber über 300-500 Tote waren zu beklagen. (Die Zahl ist nie so an die Öffentlichkeit gekommen).Obwohl es gefährlich war, etwas in der Angelegenheit zu unternehmen, hat es unser damaliger Pastor Meier fertig gebracht, die Toten alle namentlich zu erfassen, und jetzt im Jahre 1991 ist von unserem Richter eine Gedenkstätte erstellt worden, wo jeder Einsicht in das Geschehen nehmen kann. Diese Stätte steht auf dem Friedhof vor dem gepflegten Massengrab. Diese Geschichte vom K.Z.Lager hatte ich vergessen in mein Buch zu schreiben, deshalb habe ich es hiermit nachgetragen, habe auch noch mal mit unserem Pastor Rücksprache gehalten, um wie viel Häftlinge es sich gehandelt hat. Das Lager war für 200 Häftlinge gedacht, aber es waren über zweitausend.

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