Krieg und Kriegsende: Meine Memoiren

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Meine Memoiren Eine Lebensgeschichte in mehreren Teilen (IV)

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Ersteller und Datum

Erstellt von Sabrina Böhmer am 14.08.2015
Zuletzt bearbeitet am 15.09.2015

Autor dieses Beitrags

Hans-Christian Hansen

Haupttext

Juli 1934 wurde unser Sohn Adelbert geboren. An Arbeit mangelte es in der Werkstatt nicht. Da ich die Schmiedearbeiten für den Neubau Nicolai Carlsen, der 1933 abgebrannt war, bekommen hatte. Meine Frau hat viel in der Werkstatt oder in der Mühle mitgeholfen. Die 1000 Reichsmark, die ich von meinem Vater bekommen hatte, wollte ich durch Schmiedearbeiten abzahlen. Auf dem elterlichen Hof war damals mein Bruder und seiner Frau, die aber leider sehr früh starb. 

Im Herbst 1934 kaufte ich ein gebrauchtes Motorrad. So kleine Motorräder durften damals ohne Führerschein gefahren werden. Im Frühjahr machte ich den Führerschein Klasse eins. Der Führerschein sollte mir zugeschickt werden. Zwei Tagen vorher wurde ich in einen Unfall verwickelt. Obwohl ich keine Schuld hatte, bekam ich zehn Reichsmark Strafe, weil ich ohne Führerschein gefahren war. 

Ich wurde ziemlich schwer verletzt. Gehirnerschütterung, Bluterguss im Knie, eine Wunde am Oberschenkel, eine am Hinterkopf. Meine Frau kam einigermaßen davon. Weil ich nicht laufen konnte, fuhr der Gastwirt uns nach Hause. Da ich auch nicht krankenversichert war, nahm ich keinen Arzt . 

Nach dem Tod unserer Schwägerin, arbeitete mein Bruder bei uns in der Mühle. Im Hufbeschlag hatte sich nichts geändert, nur dass ich dauernd Strafe zahlen musste beziehungsweise zu Gericht geladen wurde. Der Amtsrichter war der Sturmführer in der SA, der mich wegen des Austritts aus der SA angeschnauzt hatte. Durch den verbotenen Hufbeschlag hatte er nun die Möglichkeit, sich zu rächen. Inzwischen hatte ich beim Landratsamt um Hilfe ersucht. Dort lag ein großes Aktenbündel über meine Vorstrafen und anstatt mir zu helfen wurde mir geraten, mich bei der Wohlfahrt zu melden.

Daraufhin schrieb ich, an das Amtsgericht, nachdem ich schon wieder ein Strafmandat bekommen hatte, dass ich nicht gewillt sei, die Strafe zu zahlen. Bald darauf bekam ich eine Ladung. Hier wurde ich von einem Amtsrichter unwahrscheinlich ausgeschimpft, weil ich so großmächtig vom Dritten Reich geschrieben hatte. Da haste mich die Wut, und ich schimpfte zurück. 

Dann war der Termin zu Ende, bezahlen musste ich trotzdem. Danach verpachtete ich den Hufbeschlag an den Schmiedemeister Petersen. Und stellte die Rechnung auf seinen Namen aus. und was war der Namen Schlagrechnungen auf seinen Namen aus, Ich würde bald darauf angezeigt und wir mussten beide vors Gericht. Er bekam keine Strafe, aber ich. Die Verpachtung wurde für nichtig erklärt. Inzwischen war mir eine Strafe laut Amnestie erlassen worden, und zwar wegen des Todes des früheren Reichspräsidenten von Hindenburg. 

Eines Tages kam die Polizei als die Schmiede voller Pferde stand. Sie sagte :“Was, sie beschlagen schon wieder?“ „Ja“, sagte ich, „die Strafe ist erlassen worden“ und ich zeigte ihnen den Straferlass. „Aber verstehen Sie denn nicht? ihre vorhergehende Strafe ist Ihnen erlassen worden aber Sie können doch nicht weiter beschlagen“ Ich stellte mich dumm aber es half nichts. Bald bekam ich wieder eine Strafe.

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1934 1944

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