Gesundheit und Wohlfühlen: Das Leben ist nicht immer schön

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Das Leben ist nicht immer schön

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Ersteller und Datum

Erstellt von GeZeiten Redaktion am 15.04.2009

Autor dieses Beitrags

D. Callsen

Haupttext

 

Das Leben ist nicht immer schön und überrascht mich immer wieder. Ich will kurz berichten warum ich es wichtig finde, dass es Möglichkeiten der Pflege für dementiell veränderte Menschen gibt und dass es sehr wichtig ist, dass es Menschen gibt, die in diesen Heimen arbeiten wollen. Als betroffenes Familienmitglied empfinde ich es als so wichtig, Entlastung zu bekommen. Mein Vater starb mit 91 Jahren, nach fünf Jahren Pflege in einem Altersheim. Vorausgegangen war für meine Muter eine jahrelange Leidenszeit zuhause. Ältere Ehepartner sind völlig überfordert, einen hilflosen und verwirrten Menschen rund um die Uhr zu pflegen, der z.B. nachts die Küche ausräumt und umherwandelt. Besuche vom Hausarzt sind heute kaum mehr zu bekommen. So entwickelte sich ein häusliches Drama, das sich ähnlich auch in anderen Häusern abspielen wird. Mein Vater griff meine Mutter tätlich an, verletzte sie am Kopf schwer und holte dann den Verbandskasten, um die Wunde zu stillen. Der Grund des Konflikts war ein geöffnetes Fenster. Mutters Wunde musste genäht werden und Vater wurde in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen. Nach sechswöchigem Aufenthalt wurde ein Pflegeplatz in einem Heim gefunden, das über eine geschlossene Abteilung verfügte. Mutter konnte nachts wieder durchschlafen und auch wieder das Haus verlassen, was vorher kaum möglich war. Mein Vater hat dann noch fünf Jahre im Heim gelebt, und wir waren sehr froh, dass er dort gut versorgt wurde. Er hat sich dort wohl gefühlt, auch wenn er immer weniger mit uns sprechen konnte. Wie oft wird in der Berichterstattung kritisch über die dortigen Zustände geschrieben und älteren Menschen damit Angst gemacht. Unsere Erfahrung war eine andere. Wenn man selbst erfahren hat, wie schwer es ist, ältere verwirrte Menschen anzunehmen und zu pflegen, dann erkennt man die tägliche Arbeit, die nicht immer gebührend wertgeschätzt wird. Sicher ist es gut, wenn ein Familienmitglied sich regelmäßig kümmert und den Pflegekräften ein Kompliment ausspricht. Niemand soll vorschnell urteilen, der nicht die Realität eines Pflegealltages kennt. Unsere Gesellschaft ist es den älteren Menschen schuldig, sie würdig zu pflegen und zu begleiten auf ihrem Weg zum Ende. Aber auch die Ehepartner brauchen Entlastung und Ermutigung.

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Schlagwörter (passend zum Thema des Beitrags)

Demenz, Heime, Hilfe

Jahr

2009

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