Essen und Trinken: Besondere Speisen – typisches Essen

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Besondere Speisen – typisches Essen

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Ersteller und Datum

Erstellt von GeZeiten Redaktion am 16.02.2011

Autor dieses Beitrags

Grete Grünberg-Peters

Haupttext

Nach Kriegsende gab es beim Bäcker – dank Versorgung aus Amerika – sehr weißes Weißbrot. Es war weich wie Watte und hatte kaum Geschmack – es taugte wenig gegen Hunger.

Das „Schwarzbrot“ enthielt zum großen Teil Maismehl. Das war ungewohnt und schmeckte uns nicht besonders – aber wir aßen es natürlich…

Aus Maismehl kochten wir auch einen Brei und aßen Magermilch dazu, so wie wir sonst „Grütze und Milch“ aßen (von Polenta wussten wir noch nichts).

Als „besondere Leckerei“ – so man die Zutaten ergatterte – bereiteten wir einen Pudding aus Wasser, Kartoffelmehl und Heißgetränke-Extrakt – Letzteres gab die rosa Farbe…

Es gab auch „Schlagsahne“: Magermilch mit Mehl wurde aufgekocht und zu Schaum geschlagen, lange und mühevoll mit der Hand.

Eine andere Schaumspeise: Frucht, Wasser und Grieß aufkochen und schlagen, schlagen, schlagen…

Bratkartoffeln mussten ohne Fett „gebraten“ werden: Man rieb die Pfanne mit einer Zwiebel aus und legte dann einen Deckel auf die Kartoffeln. So gab es Dampf und kein Anbrennen – knusprig? Nein!

Auf den Bauernhöfen wurde Vieles selbst produziert oder besser „veredelt“: Zuckerrüben wurden gerieben und waschkesselweise zu Marmelade – „Kreud – verkocht. Wer´s sich leisten konnte, gewann nur den Zuckerrübensaft und kochte ihn dick ein – bis es brauner Rübensirup war… beides schmeckte „streng“… Aber diese Veredelungen waren verboten. Darum herrschte große Aufregung, wenn mögliche Kontrolleure vorbei oder gar ins Haus kamen.

Kartoffeln wurden auch gerieben; aus den Flocken wusch man die Stärke heraus, ließ sie sich absetzen. Zuletzt wurde das nasse, etwas graue Kartoffelmehl auf Tüchern getrocknet (auf dem Tisch). Das dauerte auch bei gutem Wetter viele Tage lang.

Aus Getreide wurde Schnaps gebrannt.

Dafür bauten findige Handwerker Destillierapparate – nicht immer funktionierten sie wie sie sollten. In einer Bauernküche entwich der Schnaps einmal dampfförmig und tropfte dann an den Wänden entlang. Dahin…

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Schlagwörter (passend zum Thema des Beitrags)

Maismehl, Versorgung, Zuckerrübensirup

Jahr

1946

Ort

Mildstedt

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