Essen und Trinken: Leckeres für die dunkle Jahreszeit

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Leckeres für die dunkle Jahreszeit Schiet- Schnööf- und Schalwetter oder Omas Wollust von 1853

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Ersteller und Datum

Erstellt von GeZeiten Redaktion am 25.10.2011
Zuletzt bearbeitet am 30.10.2012

Autor dieses Beitrags

Susanne Holzhausen

Haupttext

Langsam fängt wieder die gemütliche Lesezeit an, da draußen meistens nur noch Schiet- und Schnööf- und Schalwetter ist.

Und was macht dann mehr Spaß, als etwas leckeres Kochen, so dass es im ganzen Haus duftet.

Da ich eine ganze Reihe alter Kochbücher besitze, von beiden Omas und Uromas, steht mir neben der modernen Küche auch noch ein teilweise ungehobener Schatz zur Verfügung, so wie das in dem Hamburger Kochbuch von 1853 veröffentliche Rezept:

 „Wollust“

Vier Scheiben Schwarzbrot hart rösten, am besten in einer Pfanne aber der Toaster tut´s wohl auch in diesen modernen Zeiten. Dann gießt man ca. 1/4 Liter kochendes Wasser darauf und lässt das ganze ungefähr ¼ Stunde stehen. Aufgießen mit einem Liter dunklem Bier. Dann fügt man den Saft einer Zitrone hinzu und lässt das Ganze gut durchziehen und süßt nach Geschmack mit Zucker. Zum Schluss abgießen und mit einigen Zitronenscheiben servieren.

Duftet superlecker und schmeckt gut. Aber auch das Getränk was sich unter dem Rezeptnamen 

Hoppelpoppel“

 verbirgt, klingt verheißungsvoll:

4 Eidotter mit 4 Loth Zucker, das entspricht etwa 60 gr. steif schlagen, dann gibt man 1 Glas (gemeint ist ein Weinglas) Arrac hinzu. Da kann man in unserer heutigen Zeit auch Pastis, Raki oder Uzo nehmen. Dann gießt man unter Rühren langsam einen halben Liter heißes Wasser dazu, bis das ganze schäumt. Extra Anmerkung im Rezept: Wirkt heiß getrunken als gutes Heilmittel gegen Heiserkeit. Dem kann man getrost glauben schenken.

Aber auch eine heiße Schokolade kann im Winter Wunder wirken, das wusste auch Großmutter. Wenn ich sehe, was heute alles mit Schokolade angestellt wird, z.B. mit Pfeffer oder Pistazien versehen, so ist das keine moderne Erfindung.

Hierzu finde ich in dem Hamburger Kochbuch von 1853 folgendes Rezept:

 „Schokolade in Wein“

Man setzt 1 Flasche Weißwein mit 8 Loth (120 gr.) geriebener Schokolade (am besten Zartbitter mit einem hohen Kakaoanteil)  und 8 Loth (120 gr.) Zucker zu Feuer. Dann schlägt man zwei Eidotter schaumig und zieht diese so unter die Flüssigkeit, dass das Eidotter nicht gerinnt. Die übrig gebliebenen zwei Eiweiße werden Steif geschlagen und kommen zum Schluss dazu. Wenn alles geklappt hat, schwimmen dann kleine Eisberge auf einem herrlich duftenden Kakao.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Nachkochen. Und wem es Spaß gemacht hat, dem suche ich gerne noch ein paar urige Rezepte für Schiet-, Schnööf- und Schalwetter raus.

Die Rezepte wurden entnommen aus: Illustriertes Hamburger Kochbuch, Richter, Hommer, Hamburg 1853

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Leckeres für die dunkle Jahreszeit

Jahr

2011

Pinnwand

  • 1319538408
    Susanne Holzhausen
    Susanne Holzhausen
    am 25.10.2011

    Moin Herr Berkner !
    Sie haben recht, die autorin heißt Susanne Holzhausen, oder auch Artefinchen.

  • 1319532664
    h. berkner
    h. berkner
    am 25.10.2011

    Eine prima Idee, alte Rezepte wiederzubeleben - das eine oder andere mag seinerseits der Wiederbelebung dienlich sein, obgleich die Rezepturen etwas, nun ja, ungewöhnlich scheinen.

    Ich vermute, dass die Ko-autorin vorne nicht usanne heißt, sondern dass die Redaktion uns hier ein großes S unterschlagen hat? Warum auch immer...

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