Das Versehrtenwerk: Das Versehrtenwerk (18)

Titel und Untertitel

Das Versehrtenwerk (18) Unsere Werkstätten

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Ersteller und Datum

Erstellt von GeZeiten Redaktion am 29.07.2009

Autor des Beitrags

Schilderungen von Dr. Werner Kuntze (†)

Haupttext

Neben den Mürwiker Werkstätten hatten sich in Husum, Westerland, St. Peter und Jarplund ebenfalls Versehrtenwerkstätten gebildet und dem gemeinnützigen Versehrtenwerk Flensburg e.V. angeschlossen.

In Jarplund war eine kleine Werkstatt, die zunächst nur aus drei Versehrten bestand und dann auf etwa acht anwuchs. Sie hatten keinerlei Fahrzeuge und Telefonverbindung. Sie mussten alles zu Fuß erledigen.

Der Leiter war ein sechsundzwanzigjähriger Versehrter, der beinahe täglich von seiner kleinen Werkstatt nach Flensburg und zum Mutterwerk Mürwik kam, um sich dort irgendwelche Rohmaterialien zu holen. Nägel, Leim, Holz oder was sie sonst brauchten.

Ähnlich wie in Jarplund wurde auch in Husum eine Werkstatt gebildet. Hier waren vor allem die Unterbringungsschwierigkeiten nicht gering. Auch diese Gemeinschaft wuchs und es entstanden nacheinander dort eine Schuhmacherei, eine Tischlerei, eine Malerei, eine kleine Elektrowerkstatt und eine Holzschuhfabrikation.

In Westerland waren ebenfalls Wehrmachtsbaracken, die für die Zwecke der Versehrtenwerke besonders geeignet schienen. Hier waren die Bedingungen nicht nur erschwert, da sich die Baracken in einem unbeschreiblich schlechten Zustand befanden sondern auch, weil die Verkehrsverhältnisse eine regelmäßige Materialversorgung erschwerten. Westerland lag ziemlich abseits und der Verkehr ging nur über den Hindenburgdamm.

Eine vierte kleine Werkstatt befand sich in St. Peter. Sie lag direkt am Strand. Besonders im Winter war sie vollkommen abgeschnitten. Die kalten Seewinde pfiffen durch die Ritzen der Holzbaracke und es war bei Gott nicht angenehm, dort zu leben.

Später kam auch Schafstedt hinzu. Es war neben Mürwik die größte Werkstatt.

Mir scheint der Beweis erbracht, dass die Idee, Werkstätten zu schaffen, in denen ausschließlich Versehrte arbeiten, realisierbar ist.

Der Anfang ist von wenigen Männern gemacht worden. Es hängt nun von der Allgemeinheit ab, ob die Erkenntnisse und Erfahrungen genutzt werden.

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Jahr

ab 1948

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Versehrtenwerk

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